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Das Mittelalterliche Schwert

Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich die Bedeutung des Schwertes auf den Schlachtfeldern Europas immer wieder. Eine Vielzahl von Hieb- und Stichwaffen kam und ging. Doch erst Ende des 19. Jahrhunderts wurden die letzten Nachfolger (Säbel und Degen) endgültig von den Kriegsschauplätzen verdrängt. Geblieben ist die Faszination, die von dieser als einer der ältesten bekannten Waffen ausging. Ursprünglich zum Töten von Gegnern entwickelt, ist auch diese Funktion zugunsten eines sportlichen Gedankens mittlerweile in den Hintergrund getreten.

Letztlich ungeklärt muss die Frage bleiben, was die ungebrochen starke Anziehungskraft des Schwertes ausmacht... vielleicht das Symbol einer besseren Zeit?

Die Entwicklung des Schwertmaterials

Kaum hatte der erste Mensch in der frühen Bronzezeit erkannt, dass eine Mischung aus Zinn und Kupfer ein brauchbares Material zur Herstellung von Waffen ergab, kam er auch schon auf die Idee, ein übergroßes Messer herzustellen: Das Bronzeschwert wurde gegossen. Jenes war jedoch noch weit entfernt davon, eine für den Kampf geeignete Waffe zu sein. Unglücklicherweise verfügt Bronze über Eigenschaften, die der Verwendung des Schwertes widersprechen: Enthält die Legierung die passende Menge Zinn, um das Material hart und widerstandsfähig genug zu machen, ist sie gleichzeitig so spröde, dass sie brechen würde wie Glas. Doch die Schmiede entdeckten, dass kaltes Hämmern eine weiche Legierung soweit verdichten kann, dass ein brauchbarer Werkstoff entsteht.

Die Entdeckung der Eisenverarbeitung leitete die nächste Revolution in der Werkzeug-, Rüstungs- und Waffenproduktion ein. Doch noch war man im Alten Rom dem alten Werkstoff Bronze verhaftet. Es bedurfte der Kelten, deren Schwertformen die Römer dankbar aufgriffen. Das römische Kurzschwert, Gladius genannt, war zwar lange in Gebrauch, doch die für die Entwicklung der Waffe ungleich bedeutendere Variante war das keltische Langschwert. Es wurde als Hiebschwert mit abgerundeter Spitze im Kampf vom Pferd herab gebraucht. Später wurde ein Hohlschliff eingearbeitet. Nicht nur die römische Reiterei übernahm die Waffe, sondern auch die Germanen bedienten sich ihrer.

Damast / Schweißverbundstahl

Schon früh erkannten die Schmiede, dass Stahl mit hohem Kohlenstoff-Anteil (ca. 1,0-1,4%), der durch Abkühlen gehärtet werden konnte, zwar eine gute Eignung zur Herstellung scharfer Messerklingen hatte, jedoch für größere Klingen zu zerbrechlich war. Ein kohlenstoffärmerer Stahl (0,2-0,5%) hingegen ließ sich leicht verbiegen. Somit eigneten sich beide Materialien nicht ohne Weiteres zur Herstellung von Schwertern. Die Lösung brachte die Erfindung des Verbundstahls: Schon in der Zeit um 400-300 vor Christus experimentierte man mit der Kombination kohlenstoffarmen und -reichen Stahls. Möglich wurde diese durch die Technik des Feuerverschweißens, heute auch bekannt als „gefalteter Stahl“. Bei Temperaturen von 950-1250°C gingen die beiden Materialien trotz ihrer so untschiedlichen Eigenschaften eine Verbindung ein. Durch die folgende Bearbeitung mit dem Hammer wurden sie so zusammengefügt und verdichtet, dass sie ihre positiven Eigenschaften vereinten und ein neuer Werkstoff entstand. Aus dieser Entdeckung entwickelte sich eine der höchsten Künste des Schmiedehandwerks: Der Damast-Stahl.

Der Höhepunkt des Damast-Schmiedens war zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert nach Christus. Aus den Schriften dieser Zeit lässt sich der Wert des Materials herauslesen. Zusätzlich untermauert wird die Bedeutung dadurch, dass die fränkischen Damast-Klingen ihre Verbreitung sowohl bis in den fernen Orient als auch nach Skandinavien fanden. Die Nordmänner machten regelrecht Jagd auf die begehrte Ausrüstung.

Im 12. Jahrhundert verebbte die Produktion aufgrund genereller Verbesserungen in der Stahlherstellung. Man fand Legierungen, die alle positiven Eigenschaften in einem Material vereinten. Es war nun nicht mehr notwendig, eine so aufwendige Verarbeitung zu betreiben.

Schlagkraft

Die Kraft der Schläge setzt sich zusammen aus dem Gewicht des Schwertes, dem Gewicht des Kämpfers und der Geschwindigkeit, mit der der Schlag geführt wird.

Das Schwert muss zum Kämpfer passen und von diesem führbar sein. Es darf weder zu schwer noch zu lang für diesen sein. Erst die richtige Verbindung von Waffe und Kämpfer ermöglicht einen kraftvollen, korrekten Schlag, desse Wirkung effektiv und nachhaltig ist. Ebenso wichtig sind der sichere Stand und die richtige Haltung der Waffe. Ist all dies gegeben, kann der geübte Kämpfer einen optimalen Schlag führen. Der „perfekte“ 100%ige Schlag besteht aus:

10% Schwert,
20% Arm- und Schulterbewegung,
30% richtiger Griff und
40% sicherer Stand.

Hier zeigt sich, wie in den meisten anderen Sportarten auch, dass der Kämpfer in der Lage sein sollte, mit seinem Schwert eine Einheit zu bilden. Das Ergebnis sind gewaltige Energien, die er mit einem nahezu perfekten Schwertstreich freizusetzen vermag. Es gibt Messungen, die eine Kraft von 200kg ergaben, mit der die Schärfe des Schwertes auftraf: Ein Maximum an Kraft trifft auf ein Minimum an Fläche.


Aufbau




Einteilungsmöglichkeiten:

Nach Stärken und Schwächen Nach der Schneide
Stärke und Schwäche bezeichnet die Kraft, die ein Kämpfer an einer bestimmten Stelle seines Schwertes auszuüben vermag. Schlägt er z.B. mit der Stärke seines Schwertes gegen die Schwäche der gegnerischen Klinge, wird er diese mit Leichtigkeit wegdrücken. Trifft er jedoch mit der Schwäche auf die Stärke, wird diese seinem Druck wahrscheinlich standhalten. Diese Einteilung bezieht sich auf die Hand, welche das Schwert führt. Die zum Unterarm zeigende Seite heißt "kurze Schneide", die vom Handrücken weg zeigende Seite wird die "lange Schneide" genannt. Interessant ist dies, weil mit der langen Schneide kraftvollere Schläge möglich sind. Schläge mit der kurzen Seite kommen hingegen schnell und überraschend, dafür kann weniger Kraft übertragen werden.